Beim Löten von Rohren geschludert

Schlamperei von Handwerkern belegt nicht, dass sie Mängel arglistig verschwiegen

onlineurteile.de - Beim Bau eines Einfamilienhauses 1993 hatten Installateure Wasserleitungen aus Kupfer verlegt. In den folgenden Jahren traten vereinzelt undichte Stellen auf, die der Handwerksbetrieb nachbesserte. Ab 2003 häuften sich die Fälle von so genanntem "Lochfraß" an den Rohren — Korrosionsschäden an "allen Ecken und Enden".

Nun vermutete der Hauseigentümer, dass dem Installationsbetrieb schwerwiegende Fehler unterlaufen waren. Allerdings: Die Verjährungsfrist für Gewährleistungsansprüche aufgrund mangelhafter Werkleistungen (fünf Jahre) war längst abgelaufen.

Diese Frist verlängert sich auf bis zu zehn Jahre, wenn der Auftragnehmer dem Bauherrn einen Pfusch arglistig verschwiegen oder die Baustelle so schlecht organisiert hat (z.B. inkompetentes Personal eingesetzt), dass der Mangel deshalb verborgen blieb. Diese Ausnahmebestimmungen waren für den Hauseigentümer im konkreten Fall die einzige Chance auf Schadenersatz vom Installationsbetrieb.

Seine Klage gegen den Handwerker hatte jedoch beim Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe keinen Erfolg (7 U 170/08). Handwerkliche Fehler stünden fest, so das OLG. Laut Sachverständigengutachten hätten die Installateure (außen aufzubringende) Lötpaste in die Fittings hineingeschmiert. Die Paste habe verhindert, dass sich in den Leitungen eine Korrosionsschutz-Deckschicht bildete. Das habe später zu flächendeckender Korrosion geführt.

Doch: Arglistiges Verschweigen setze mehr voraus als Pfusch. Dieser Vorwurf wäre nur berechtigt, wenn der Handwerksmeister oder sein Obermonteur über den Mangel Bescheid wussten. Das sei nicht bewiesen. Ein Installateur müsse das Lötverfahren beherrschen und wissen, dass es falsch sei, viel Lötpaste (Flussmittel) zu verwenden. Nachlässig seien die Handwerker also schon vorgegangen. Aber die schwerwiegenden Folgen dieses Fehlers könne nur jemand einschätzen, der die Zusammenhänge bei Korrosion genau kenne. Das sei von einem Monteur nicht zu erwarten.

Organisationsverschulden läge nur vor, wenn der Handwerksmeister den Obermonteur — der den Auftraggeber über Pfusch hätte informieren müssen — einsetzte, obwohl er wusste, dass der Monteur diese Pflicht nicht erfüllen konnte. Dessen fachliche Qualifikation stehe aber außer Frage. Korrosion trete zudem erst nach Jahren auf und sei beim Abschluss der Arbeiten noch gar nicht festzustellen. Dass der handwerkliche Fehler beim Löten bei besserer Organisation der Baustelle entdeckt worden wäre, sei daher nicht anzunehmen.