Beim "Luftgitarre-Spielen" gestürzt

Auf der Tanzfläche fällt ein Spieler auf den anderen: Knieverletzung

onlineurteile.de - Kurioser Unfall auf einer Hochzeitsfeier: Das Fest war in vollem Gange, es wurde getanzt. Gast A stand auf der Tanzfläche und spielte allein zur Musik "Luftgitarre" (d.h. er bewegte sich ohne Gitarre so, als würde er Gitarre spielen). Dabei beugte er sich nach hinten. Ein anderer Hochzeitsgast B, der größer und schwerer war als der Spieler, versuchte spontan, ihn zu imitieren. Er stellte sich ihm gegenüber auf, beugte sich auf Zehen stehend vor, verlor das Gleichgewicht und stürzte auf A. A verletzte sich an den Kniegelenken.

B muss die Behandlungskosten tragen, entschied das Oberlandesgericht Hamm, und gab damit der Klage von A auf Schadenersatz statt (9 U 230/08). Das Luftgitarre-Spielen sei von der Körperbeherrschung her anspruchsvoller als ein "normaler" Gesellschaftstanz. Hier würden die Attitüden von Pop-Musikern nachgeahmt, die häufig wilde Bewegungen in "labilen Gleichgewichtspositionen" ausführten. Dabei das Gleichgewicht zu wahren, sei schwierig.

Wer sich an so eine Form des Tanzes wage und dabei nahe anderen Personen komplexe Figuren aufführe, müsse die nötige Körperbeherrschung mitbringen. Wenn nicht, müsse er für die Folgen einstehen. Dass A sich ebenso bewegte, lasse keineswegs den Schluss zu, dass er bewusst das Risiko eingegangen sei, verletzt zu werden. Er habe den B nicht zum Mitmachen aufgefordert, sondern sich abseits der übrigen Tänzer allein auf die Tanzfläche gestellt.