Beim Überkopf-Wurf verletzt

Kein Schmerzensgeld vom Übungsleiter des Kampfsport-Kurses

onlineurteile.de - Seit einem Jahr nahm die Frau am Kampfsportkurs der städtischen Volkshochschule teil (Shaolin-Kempo). Eines Abends wurde auf Anweisung des Übungsleiters der Überkopf-Wurf geübt. (Bei dieser Übung fasst ein "Werfer" einen anderen Teilnehmer an der Schulter, lässt sich nach hinten fallen, setzt dabei seinen Fuß auf die Brust des Übungspartners und wirft diesen über seinen Kopf auf eine Bodenmatte.) Der Übungsleiter führte die Übung mit dem Teilnehmer B mehrfach vor, anschließend war die Frau an der Reihe. Sie wurde von B geworfen und zog sich dabei eine schwere Verletzung an der Wirbelsäule zu. Vergeblich verklagte sie die Stadt und den Übungsleiter auf Schmerzensgeld.

Das Oberlandesgericht Hamm konnte im Verhalten des Sportlehrers keine Pflichtverletzung erkennen, die eine Haftung für den Unfall begründen würde (27 U 67/02). Der Kurs laufe seit fast einem Jahr und die Teilnehmer seien im Fallen geschult worden. Der Übungsleiter habe also davon ausgehen dürfen, dass sie die Abrolltechnik beherrschten.

Bereits im Anfängerkurs den Überkopf-Wurf zu üben, biete sich zwar nicht gerade an. Da der Übungsleiter mit den Teilnehmern aber Schulterwürfe geübt habe - bei denen sich die Sportler in gleicher Weise abrollten -, sei es auch nicht zu gefährlich. Ein Wurf über den Kopf erhöhe die Schwierigkeit nur unwesentlich, denn der Werfer lasse sich ebenfalls fallen - der Geworfene falle also nicht aus größerer Höhe.