Beratervertrag mit Profifußballer

Exklusiv-Klausel unwirksam: Fußballer können die Dienste mehrerer Berater in Anspruch nehmen

onlineurteile.de - Verklagen Berater von Profifußballern ihre Auftraggeber, weil diese den Berater wechseln wollen, haben sie offenbar schlechte Karten. Nach Bastian Schweinsteiger vom FC Bayern München setzte sich jetzt ein weiterer Fußballer gegen seinen ehemaligen Berater vor Gericht durch.

Hier gab es - im Unterschied zum Schweinsteiger-Rechtsstreit - sogar einen regelrechten Beratervertrag des Sportlers mit einer Agentur. Demnach sollte sich der Bochumer Fußballer X ausschließlich von der Agentur beraten und unterstützen lassen. X kündigte jedoch den Beratervertrag und verlängerte seinen Spielervertrag mit dem Bundesligaverein mit Hilfe einer anderen Beraterfirma. Das sah die Agentur als Vertragsverletzung an und forderte vom Fußballer 70.000 Euro Entschädigung.

Schadenersatz stehe ihr nicht zu, weil die "Ausschließlichkeitsklausel" im Beratervertrag nicht gelte, urteilte das Oberlandesgericht Hamm (12 U 124/09). Laut Vertrag dürfe X keine anderen Berater beauftragen und zu Rate ziehen. Doch Profifußballer seien weisungsgebundene Arbeitnehmer. Daher gelte auch für sie eine Regelung des Sozialgesetzbuches für Arbeitsuchende: Vereinbarungen, die sicherstellen sollen, dass ein Arbeitsuchender sich ausschließlich eines bestimmten Vermittlers bediene, seien unwirksam.