Berechnung der Wohnfläche:

Mit welchem Anteil sind Dachterrassen dabei zu berücksichtigen?

onlineurteile.de - 1.000 Euro Miete zahlte die Kölnerin für eine Maisonettewohnung, die laut Mietvertrag "ca. 120 Quadratmeter" groß ist. Die Wohnfläche der Innenräume beträgt 90,11 Quadratmeter. Zur Wohnung gehören zwei Dachterrassen mit einer Grundfläche von 25 und 20 Quadratmetern.

Die Mieterin kürzte die Miete mit der Begründung, die tatsächliche Wohnfläche sei wesentlich kleiner als im Vertrag vereinbart, um mehr als zehn Prozent. Denn die Dachterrassen seien nur zu jeweils einem Viertel anzurechnen. So komme man auf eine Fläche von ca. 102 Quadratmetern. Der Vermieter klagte den Differenzbetrag ein, zunächst erfolglos.

Der Bundesgerichtshof hob das Urteil der Vorinstanz auf und verwies die Sache zurück (VIII ZR 86/08). Die "Berechnungsverordnung" nenne keine bestimmte Quote für Dachterrassen, sondern überlasse es dem Bauherrn, die für ihn unter dem Gesichtspunkt der Wohnungsbauförderung günstigste Anrechnungsquote bis zur Hälfte der Terrassenfläche zu wählen. Dieser Spielraum sei auch in Fällen wie diesem zu berücksichtigen. Die Grundfläche einer Dachterrasse sei also im Prinzip bis zur Hälfte zur Wohnfläche zu rechnen.

Das gelte nicht, wenn die Mietparteien einen anderen Berechnungsmodus für die Wohnfläche vereinbarten, was hier aber nicht der Fall sei. Zweite Ausnahme von der Regel: Wenn es in einer bestimmten Region ortsüblich sei, die Wohnfläche anders zu berechnen, dann sei dies anzuerkennen. Die Vorinstanz müsse daher nun prüfen, ob es in Köln der Verkehrssitte entspreche - wie die Mieterin behaupte -, die Terrassenfläche nur zu einem Viertel anzurechnen.