Berufsbegleitendes Studium ...

... kann unter Umständen bei der Einkommenssteuer berücksichtigt werden

onlineurteile.de - Ein Sparkassenangestellter arbeitete in der Kreditabteilung seiner Sparkasse. Nebenbei begann er ein Studium der Betriebswirtschaftslehre, um "Diplom-Betriebswirt (FH)" zu werden. Vergeblich beantragte er beim Finanzamt, die Ausgaben für das Studium als Werbungskosten von seiner Einkommenssteuer abzuziehen. Wenn er ein Studium aufnehme, sei das privat "motiviert" und habe nichts mit seinem Beruf zu tun, meinten die Finanzbeamten. Und lagen damit ganz auf der Linie der obersten Finanzrichter - zumindest bis Dezember 2002. Im Dezember 2002 wurden jedoch die Aufwendungen für ein berufsbegleitendes (Erst-)Studium an einer Universität vom Bundesfinanzhof (BFH) erstmals als Werbungskosten anerkannt.

Auch im konkreten Fall bekam der Steuerpflichtige vom BFH Recht (VI R 137/01). Er strebe den Studienabschluss an, um sich in seinem Beruf Aufstiegsmöglichkeiten zu eröffnen, befand der BFH, also aus beruflichen Gründen. In welcher Höhe die Aufwendungen steuermindernd anzurechnen seien, müsse man unabhängig davon beurteilen, was der Steuerzahler in der Sparkasse verdiene. Studiengebühren, Aufwendungen für Arbeitsmittel und Fahrtkosten zum Studienort stellten Werbungskosten dar. Bei den Fahrtkosten sei die gesetzliche Entfernungspauschale für die "Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte" (bzw. hier: Ausbildungsstätte) zu veranschlagen.