Berufsschullehrerin führt Brustkrebs ...

... auf Schadstoffe in der Schule zurück: Krebs wird nicht als Berufskrankheit anerkannt

onlineurteile.de - Eine 52-jährige Berufsschullehrerin und der Witwer einer Berufsschullehrerin klagten auf Leistungen nach dem Beamtenversorgungsgesetz. Die Ehefrau des Mannes hatte über 30 Jahre am Berufsbildungszentrum Grevenbroich gearbeitet und war 2009 im Alter von 55 Jahren an Brustkrebs gestorben. Die 52-Jährige leidet ebenfalls an Brustkrebs und hält dies für eine Folge der PVC-Belastung an der Schule. Deshalb müsse der Brustkrebs als Berufskrankheit anerkannt werden.

Dem widersprach das Verwaltungsgericht Düsseldorf (23 K 7945/08 und 23 K 2989/09). Bauschadstoffe wie z.B. ein PVC-Fußboden würden prinzipiell nicht als Ursache einer Berufskrankheit - im Sinne des Beamtenversorgungsgesetzes - anerkannt. Beamte seien solchen Gefahren nicht infolge ihrer beruflichen Aufgabe ausgesetzt. Die Beschaffenheit des Dienstgebäudes spiele keine Rolle.

Beide Frauen hatten Bäckereifachverkäuferinnen ausgebildet und dafür Lebensmittelattrappen verwendet, die aus Weich-PVC bestehen. Aus dem sei der krebserregende Schadstoff Benzol "ausgegast", argumentierten die Kläger. Doch auch damit kamen sie vor Gericht nicht durch: Nach dem Sachverständigengutachten eines Krebs-Spezialisten reichen die Erkenntnisse der Wissenschaft nicht aus, um einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Einwirkung von Benzol und der Krankheit Brustkrebs festzustellen.