Betriebskrankenkasse "online" super

Wer mit Ergebnissen von Tests oder Studien wirbt, muss die Quelle angeben

onlineurteile.de - Klar, dass Produzenten und Dienstleister mit guten Testergebnissen für sich werben, um neue Kunden zu gewinnen. Nach einem Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs müssen sie dabei die Fundstelle für den Test angeben; und zwar so, dass Verbraucher diese leicht finden können. Das gilt auch dann, wenn das "Gütesiegel" aus der Studie eines Privatunternehmens stammt, musste eine gesetzliche Krankenkasse erfahren.

Auf ihrer Website hatte die Betriebskrankenkasse (BKK) mit dem positiven Testurteil einer Consultingfirma T geworben. Firma T hatte die Online-Dienstleistungen von 50 gesetzlichen Krankenkassen untersucht (Kommunikationsqualität, Nutzerfreundlichkeit, optischer Gesamteindruck). Fazit der repräsentativen Studie: Die BKK biete mit die besten Online-Dienstleistungen aller deutschen Krankenkassen.

Wettbewerbshüter beanstandeten die Website, weil ein Hinweis auf die Quelle des Lobes fehlte. Die BKK wies die Kritik zurück: Jeder halbwegs mit dem Internet vertraute Verbraucher wisse doch, dass er eine Studie zum Thema Online-Dienstleistungen im Internet finden könne. Von der Homepage der Consultingfirma könne jedermann ein Exposé zum Test kostenlos herunterladen. Nur die vollständige Studie koste 900 Euro.

Die vom Bundesgerichtshof aufgestellten Grundsätze gelten für jede Werbung mit Testergebnissen, erklärte das Landgericht Frankfurt (3-08 O 98/11). Auch wenn es hier um eine nach wirtschaftlichen Kriterien durchgeführte Studie einer privaten Unternehmensberatung gehe und nicht um ein Testurteil der Stiftung Warentest: Ohne Angabe der Quelle sei die Reklame unzulässig.

Im konkreten Fall sei also die Website zu benennen, auf der Exposé und Studie veröffentlicht wurden. Dass Verbraucher diese auch aufgrund eigener Recherchen im Internet finden könnten, genüge nicht. Der Hinweis auf die Fundstelle eines Testergebnisses (bzw. hier: der Studie) müsse unmittelbar in der Werbung stehen: im Internet auf der ersten Bildschirmseite. Zumindest müsse man die Internetnutzer mit einem "Sternchen" nahe der Werbeüberschrift darauf aufmerksam machen.