Betrunken Unfall gebaut und abgehauen

Wie viel Geld kann sich die Kfz-Versicherung vom Versicherungsnehmer zurückholen?

onlineurteile.de - Stark angetrunken verursachte der Autofahrer einen Verkehrsunfall und suchte danach das Weite. Der Verkehrsrowdy wurde ermittelt. Seine Kfz-Versicherung regulierte den Schaden des Unfallopfers und forderte anschließend vom Versicherungsnehmer 10.000 Euro Schadenersatz: Nach den Versicherungsbedingungen könne sich der Versicherer bei Trunkenheit am Steuer bis zur Schadenssumme von 5.000 Euro beim Versicherungsnehmer schadlos halten, bei vorsätzlicher Unfallflucht ebenfalls.

Hier handle es sich um einen einzigen Versicherungsfall, meinte der Autofahrer, und zahlte nur 5.000 Euro. Doch vom Bundesgerichtshof wurde er eines Besseren belehrt (IV ZR 216/04). Die Regressbeträge seien zu addieren. Denn hier gehe es um zwei unterschiedliche Pflichtverletzungen des Versicherungsnehmers, eine vor und eine nach dem Unfall.

Wer betrunken fahre, begehe eine Pflichtverletzung vor dem Unfall. Er verstoße damit gegen eine Regel, die den Unfall verhindern solle. Die zweite Pflichtverletzung habe sich der Autofahrer nach dem Unfall geleistet, indem er die Aufklärung des Versicherungsfalls durch Unfallflucht unmöglich machen wollte. Diese Fehler seien keineswegs identisch. Nicht jeder, der betrunken fahre, begehe Unfallflucht. Umgekehrt werde Unfallflucht auch nicht nur von betrunkenen Fahrern begangen.