Betrunken vom Bergpfad gestürzt

Unfallversicherung lehnt Versicherungsschutz ab

onlineurteile.de - Im malerischen Elbsandsteingebirge war im Mai 2002 eine Gruppe von Wanderern unterwegs. Von der Aussichtsplattform der "Bastei" aus betrat man einen nicht abgesicherten Trampelpfad aus Sandstein. Einer der Bergwanderer, der ziemlich betrunken war, rutschte auf dem Pfad aus und stürzte am Felsrand in die Tiefe. Dabei erlitt er eine Querschnittslähmung. Von seiner Unfallversicherung forderte der Verunglückte 140.000 Euro.

Das Oberlandesgericht Köln wies die Klage ab (5 W 111/05). Nach den Versicherungsbedingungen bestehe kein Versicherungsschutz für Unfälle, die auf Geistes- oder Bewusstseinsstörungen zurückzuführen seien. Beim Versicherungsnehmer habe man zwei Stunden nach dem Unfall eine Blutalkoholkonzentration (BAK) von 2,67 Promille festgestellt. Bei einer solchen BAK müsse man davon ausgehen, dass die Trunkenheit den Absturz verursacht (oder zumindest mit-verursacht) habe. Nach allgemeiner Lebenserfahrung sinke bei so viel Alkohol im Blut die Fähigkeit eines Menschen, Gefahrensituationen richtig einzuschätzen und Bewegungen zu kontrollieren.