Boden schlecht gefräst

Zur Prüfungspflicht, wenn ein Handwerksbetrieb Vorarbeiten in Auftrag gibt

onlineurteile.de - Ein Handwerksbetrieb sollte in einem Bürogebäude den Fußboden neu beschichten. Einen Subunternehmer beauftragte er damit, den Boden abzufräsen, um den Altanstrich zu beseitigen. Anschließend machte sich der Bodenleger an die Arbeit. Wenige Monate später löste sich der neue Belag an mehreren Stellen ab. Ein Sachverständiger stellte fest, dass unzulänglich gefräst worden war: An abgelösten Stellen der Neubeschichtung entdeckte er Reste vom Altanstrich. Der Bodenleger finanzierte zwar die Reparaturarbeiten, verklagte dann aber den Subunternehmer auf Schadenersatz.

Der Bundesgerichtshof gab ihm Recht (VII ZR 205/02). Zwar dürfe er als Handwerker, wenn seine eigene Arbeit auf der Vorarbeit eines Subunternehmers aufbaue, diese Vorarbeit nicht ungeprüft übernehmen. In dieser Hinsicht habe der Bodenleger aber nichts versäumt: Zum einen habe er eine Fachfirma mit besonderen Spezialkenntnissen eingeschaltet, auf deren Sachkunde er sich habe verlassen dürfen. Zum anderen habe der Bodenleger die bearbeitete Fläche kontrolliert und keine Farbunterschiede bemerkt. Sogar ein Vertreter der Firma, die das Beschichtungsmaterial produziere, sei dabei gewesen und habe erklärt, man könne den Boden nun weiter bearbeiten.