Bodenablauf einer Dusche gerissen

Er gehört zum Rohrsystem: Gebäudeversicherer muss den Schaden ersetzen

onlineurteile.de - In der Wand ihres Abstellraums bemerkten Münchner Mieter aufsteigende Nässe. Mit dem Hausmeister fanden sie die Ursache: Der Bodenablauf in der Dusche nebenan war gerissen. Der Eigentümer des Mehrfamilienhauses rief einen Installateur, um den Bodenablauf erneuern zu lassen. Außerdem tauschte ein Fliesenleger die Fliesen aus. Den Wasserschaden zu beseitigen, kostete den Vermieter insgesamt 1.078 Euro.

Kein Problem, dachte er, denn er hatte ja eine Gebäudeversicherung für Schäden durch Feuer, Sturm und Leitungswasser abgeschlossen. Doch der Versicherer weigerte sich, die Reparaturkosten zu übernehmen: Der Bodenablauf gehöre nicht zum Rohrsystem der Wasserversorgung, teilte der Sachbearbeiter mit. Mangels Leitung liege kein Leitungswasserschaden vor - die Reparatur defekter Duschabflüsse sei nicht versichert.

Beim Amtsgericht München hatte der Hauseigentümer mit seiner Zahlungsklage gegen den Versicherer Erfolg (155 C 30538/08). Der sachverständige Richter erläuterte, Rohrleitungen bestünden schon längere Zeit aus Teilstücken, weil Winkelverbindungen das Kuppeln von Rohrstücken notwendig machten. Eine Rohrleitung sei also immer ein System aus Einzelteilen und existiere nur so als "Einheit".

Daher sei natürlich auch der Bodenablauf ein Teil des Rohrsystems. Die enge Interpretation des Versicherers gehe fehl. Der Bodenablauf der Dusche sei ebenso mit dem Leitungssystem verbunden wie andere Steckverbindungen auch, und er sei einzementiert wie alle anderen Teile des Rohrsystems.