Brand nach Schweißarbeiten

Feuerversicherung hält sich am Schweißer schadlos ...

onlineurteile.de - Beim Kirchgang traf der Sägewerksbesitzer einen Schlossermeister, der früher bei ihm gearbeitet hatte. Er bat den Mann, für ihn ein Schutzgitter an einer Vorkappsäge anzubringen. Der Mann tat ihm den Gefallen und führte die Schweißarbeiten im Sägewerk aus. Dabei entzündeten sich Sägespäne und Holzreste in einer Grube unter der Säge. Feuer brach aus und beschädigte Säge und Scheune. Der Gebäudeversicherer des Sägewerks regulierte den Brandschaden und forderte anschließend das Geld vom Schlosser.

Der Handwerker stellte sich auf den Standpunkt, ihn treffe keine Schuld. Immerhin habe er die Bretter unter der Säge mit Schichtholzplatten abgedeckt und einen Wasserschlauch bereit gelegt. Das Oberlandesgericht Oldenburg war allerdings anderer Ansicht (12 U 84/01). Wenn glühende Metallfunken auf Sägespäne fielen, fingen diese sofort Feuer. Das liege sogar für Laien auf der Hand, und er als sachkundiger Schlosser wisse das sowieso.

Doppelt riskant: Er habe den potenziellen Brandherd nicht im Blick gehabt (der abgedeckt war), und deshalb das Feuer erst bemerkt, als es schon richtig qualmte. Unbedingt hätte der Schlosser vor den Schweißarbeiten die Grube entweder leeren oder fugenlos abdecken müssen (mit feuchter Erde, Gips, Mörtel, Lehm oder schwer entflammbaren Tüchern). Bretter und Holzplatten hätten nun einmal Ritzen und schützten nicht gegen Funkenflug. Da er den Brand in grob fahrlässiger Weise verursacht habe, hafte der Handwerker in voller Höhe für den Schaden.