Bremsmanöver übersehen

Nachts auf der Autobahn mit 170 km/h auf den Vordermann aufgefahren

onlineurteile.de - Es war die übliche Raserei auf der Überholspur einer Autobahn: Mehrere Fahrzeuge fuhren nachts mit Tempo 170 km/h hintereinander. Vielleicht war er übermüdet oder er passte einfach nicht auf - jedenfalls bekam einer der Fahrer nicht mit, dass sein Vordermann (auf etwa 120 km/h) abbremste. Und so kam es zu einem Auffahrunfall. Da der schuldige Hintermann mit einem Mietwagen unterwegs gewesen war, gab es danach auch noch Streit mit dem Autovermieter, der Entschädigung für das ramponierte Fahrzeug verlangte.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf entschied, dass der Autofahrer und Mieter wegen grober Fahrlässigkeit den Schaden ersetzen muss (10 U 184/01). Bei der Polizei hatte der Mann berichtet, er habe kurz nach rechts geschaut und deshalb das Bremsmanöver des Vorausfahrenden zu spät bemerkt. Bei Dunkelheit und hoher Geschwindigkeit sei dies als grob fahrlässig zu bewerten, hielten ihm die Richter vor. Auf die im Mietvertrag enthaltene Haftungsklausel ("keine Haftung für Schäden durch einfache Fahrlässigkeit") könne er sich daher nicht berufen.

Wer in einer Kolonne fahre, noch dazu mit hoher Geschwindigkeit, müsse jederzeit mit plötzlichen Bremsmanövern rechnen. In so einer Situation müsse der Autofahrer einen ausreichenden Sicherheitsabstand einhalten, die vorausfahrenden Fahrzeuge konzentriert beobachten und jederzeit bremsbereit sein.