Bruder erhielt Lebensversicherung der toten Schwester

Ihr Stiefsohn und Erbe forderte vom Bruder die Versicherungssumme

onlineurteile.de - Ein Ehepaar setzte in einem Erbvertrag den Sohn des Ehemanns aus dessen erster Ehe als Alleinerben ein. Nach dem Tod des Ehemannes schloss die Witwe eine Lebensversicherung zu Gunsten ihres Bruders ab. Als die Frau starb, kassierte der Bruder die Versicherungssumme.

Das erboste den Stiefsohn, der vom Bruder das Geld herausforderte: Seine Stiefmutter habe dem Bruder mit der Lebensversicherung ein Geschenk gemacht, das sein Erbe rechtswidrig verkleinere. Die einschlägige Regelung im Bürgerlichen Gesetzbuch (§ 2287) soll den Vertragserben davor bewahren, dass der Nachlass durch Schenkungen geschmälert wird, bestätigte das Oberlandesgericht Köln (2 U 8/08).

Als Geschenk an den Bruder seien aber nur die Prämien für die Lebensversicherung anzusehen und nicht die Versicherungssumme. Denn: Lediglich die Prämien habe die Stiefmutter zu ihren Lebzeiten vom Vermögen abgezweigt und damit die Beträge dem Vertragserben entzogen. Nur darauf habe der Erbe Anspruch. Die Versicherungssumme selbst könne der Bruder dagegen behalten.