bürgerlichen Rechts

Schlechte "Noten" bei Ebay Beschädigtes Notebook verkauft und wegen schlechter Bewertung Rücknahme verweigert

onlineurteile.de - Eine Münchnerin ersteigerte bei der Internet-Auktionsplattform Ebay ein gebrauchtes Notebook zum Preis von 1.214 Euro. Per Nachnahme bekam sie es zugestellt. Doch beim Auspacken stellte die Frau fest, dass das Gerät einen Riss aufwies und massiv verkratzt war. Deshalb widerrief sie den Kaufvertrag, sandte das Notebook zurück und forderte die Verkäuferin auf, den Kaufpreis zurückzuzahlen.

Bei Ebay trug sie in die Rubrik "Bewertung" nicht gerade Komplimente an die Verkäuferin ein. Aus diesem Grund weigerte sich die "Powersellerin", das Geld herauszurücken: Durch die ungerechte, negative Bewertung verkaufe sie weniger und habe schon erhebliche Gewinneinbußen erlitten. Die Münchnerin müsse den Verriss widerrufen. Die zog statt dessen vor Gericht und klagte den Betrag von 1.214 Euro ein.

Zu Recht, erklärte das Amtsgericht München, denn der Rücktritt vom Kaufvertrag sei wegen erheblicher Mängel berechtigt gewesen (262 C 34119/07). Die negative Bewertung gebe der Anbieterin nicht das Recht, den Betrag zurückzuhalten. Immerhin habe sie die Münchnerin nur durch die falsche Behauptung, die Ware sei mängelfrei, dazu gebracht, den Kaufpreis zu überweisen. Gewinneinbußen habe die "Powersellerin" zwar behauptet, aber nicht belegt. Den Kaufpreis gegen angebliche Verluste aufgrund "schlechter Noten" zu verrechnen, komme nicht in Frage.