"bundesliag.de"

Tippfehler-Domain beeinträchtigt das Namensrecht der Deutschen Fußball Liga

onlineurteile.de - Ein Sportjournalist berichtet im Internet über die Fußball-Bundesliga und andere Fußballereignisse, sein Fußball-Portal "transfermarkt.de" wird viel gelesen. Noch eine zweite Internetadresse ließ er für sich reservieren, nämlich die Domain "bundesliag.de". Obwohl der Journalist die Domain gar nicht nutzte, war sie der Deutschen Fußball Liga GmbH (DFL) ein Dorn im Auge. Die DFL, ein Tochterunternehmen des Deutschen Fußballbunds (DFB), vergibt die Fernsehrechte an der Fußball-Bundesliga. Darüber hinaus unterhält sie die offizielle Internet-Website der Bundesliga, die Domain "bundesliga.de".

Die DFL mahnte den Sportjournalisten ab, verwies auf ihre Namensrechte und verlangte, die Adresse "bundesliag.de" müsse gelöscht werden. Darauf ließ sich der Domaininhaber nicht ein, bot aber großzügig an, der DFL die Internetadresse zu übertragen - gegen Zahlung von 5.000 Euro. Daraufhin zog die DFL vor Gericht, um ihr Recht auf die "Marke" Bundesliga durchzusetzen. Das Landgericht Hamburg gab ihr Recht (315 O 279/06).

Der Domaininhaber von "bundesliag.de" beeinträchtige das Namensrecht und damit auch die geschäftlichen Interessen der DFL, indem er sich unbefugt den Namen Bundesliga anmaße. Dass die letzten beiden Buchstaben von "Bundesliga" vertauscht seien, ändere daran nichts. Die Namen seien sich trotz des Buchstabendrehers noch so ähnlich, dass die Fußballfans angesichts der Adresse "bundesliag" einen Internetauftritt von DFL und/oder DFB erwarteten. Zwar habe der Journalist die Adresse bisher nicht benutzt, das spiele aber keine Rolle: Schon im Tatbestand der Registrierung der Domain liege eine andauernde Störung des Namenrechts.