Camcorder passte nicht in den Hotelsafe

Urlauber bekommt nach einem Diebstahl keine Entschädigung

onlineurteile.de - Zwei Wochen Strand und Sonne in Tunesien - so stellte sich der Kunde seinen Urlaub vor. Er buchte eine Pauschalreise bei einem Reiseveranstalter, der schon im Katalog darauf hinwies, dass die Gefahr von Diebstählen in Tunesien besonders hoch sei. Da der Mann aber nun einmal gerne fotografierte, nahm er trotzdem Camcorder und Spiegelreflexkamera mit auf die Reise. Vor Ort wollte er die teuren Stücke - zusammen 2.043 Euro - im Hotelsafe unterbringen. Doch der war für seine Ausrüstung zu klein. Also packte er sie in eine Tasche und versteckte diese hinter Wäschestücken im Schrank seines Hotelzimmers, wenn er abends das Hotel verließ.

Doch da wurden die Apparate offenbar entdeckt, jedenfalls waren sie eines Tages verschwunden. Für den Diebstahl machte der Urlauber den Reiseveranstalter verantwortlich: Nur Hotelgäste oder Personal könnten die Kameras gestohlen haben. Dies wäre nicht passiert, hätte man ihm im Hotel einen größeren Safe zur Verfügung gestellt. Diesem Vorwurf mochte sich das Amtsgericht München nicht anschließen (233 C 7824/03).

Die Safes in dem tunesischen Hotel seien 20 cm breit, 5 cm hoch und 30 cm tief. Das sei der in Hotels übliche Standard. Damit habe das Hotel - als Vertragspartner des Reiseveranstalters - seine Pflicht erfüllt, den Gästen die sichere Verwahrung von Wertstücken zu ermöglichen. Auf einen außergewöhnlich großen Safe habe der Kunde keinen Anspruch. Dass in Hotels gestohlen werde, sei im Übrigen bekannt, die einschlägige Warnung im Katalog unmissverständlich. Also hätte der Urlauber seine wertvolle Fotoausrüstung beim Verlassen des Hotels mitnehmen müssen.