Camcorder verschwunden

Versandhändler hatte das Gerät einem Paketdienst übergeben ...

onlineurteile.de - Per E-Mail bestellte ein Kunde bei einem Versandhandel für elektronische Geräte einen Camcorder (Kostenpunkt: 1.999 Mark). Den Kaufpreis zahlte er per Kreditkarte. Ordnungsgemäß verpackt und adressiert übergab der Versandhändler die Kamera einem Paketdienst. Doch sie kam nie beim Kunden an. Zumindest behauptete das der Kunde, der ein Ersatzgerät forderte. Das Unternehmen konnte zwar einen Ablieferungsbeleg vorweisen; der Besteller beharrte aber darauf, seine Unterschrift sei gefälscht. Die Klage des Kunden auf Ersatz blieb erfolglos.

Auch wenn der Kunde den Camcorder tatsächlich nicht erhalten habe und das Gerät auf ungeklärte Weise beim Versand verschwunden sei, müsse der Versandhändler keinen Ersatz liefern, urteilte der Bundesgerichtshof (VIII ZR 302/02). Im Versandhandel erfülle der Verkäufer seine Lieferpflicht, indem er die Ware an seinem Geschäftssitz der Post oder einem anderen Transportunternehmen aushändige. Wenn der Versandhändler, wie hier, die Ware einem gut funktionierenden und seriösen Paketdienst übergebe, sei er danach nicht mehr für die Ware verantwortlich. Das Risiko, dass die Ware unterwegs abhanden komme oder beschädigt werde, trage der Käufer.