Computer "per Nachnahme" bezahlt?

Händler bestreitet Zahlung bei der Zustellung

onlineurteile.de - Bei einem Elektronikhändler bestellte ein Kunde telefonisch einen neuen Computer (Kostenpunkt: 1.154 Euro), der ins Haus geliefert werden sollte. Vom Händler wurde das Gerät verpackt und einem Transportunternehmen übergeben. Das Unternehmen erhielt den Auftrag, das Paket per Nachnahme zuzustellen. Zwei Tage später wurde der Computer dem Besteller ausgehändigt - ob er dabei bezahlt wurde oder nicht, ist umstritten.

Ja, behauptete der Käufer, konnte aber keine Quittung vorlegen. Nein, sagte der Händler und klagte den Kaufpreis ein. Bei der Vorinstanz bekam der Käufer Recht, weil sie "von dem Erfahrungssatz ausging, dass Waren einer Nachnahmesendung nur gegen Zahlung ausgeliefert" werden. Vor der Lieferung könnte aber auch schon etwas schief gelaufen sein, hielt der Bundesgerichtshof dagegen und hob das Urteil der Vorinstanz auf (VIII ZR 369/04).

Sicher sei nur, dass der Händler dem Transportunternehmen das Paket als Nachnahmesendung übergeben habe. Mehr aber nicht: Damit stehe keineswegs fest, dass der Auftrag ordnungsgemäß ausgeführt und die Ware dem Käufer tatsächlich als Nachnahmesendung geliefert wurde. Denn Fehler in der Versandkette könnten dazu geführt haben, dass die Ware - sei es auf dem Paket selbst oder auf dem Eingabeterminal des Zustellers - nicht (mehr) als Nachnahmesendung gekennzeichnet war.

Die Ungewissheit gehe nicht zu Lasten des Händlers, sondern zu Lasten des Kunden. Der Käufer habe weder durch eine Quittung, noch durch Zeugen belegen können, dass er die Ware bezahlt habe. Daher schulde er dem Händler 1.154 Euro.