Crash auf dem Nürburgring

Kaskoversicherung muss für Unfälle auf einer Motorsport-Rennstrecke nicht einspringen

onlineurteile.de - Eine Versicherungsagentur hatte für ihren Geschäftsführer einen Porsche 911 GT3 erworben. Er fuhr gern schnell und probierte den Sportwagen bei einer Veranstaltung des Deutschen Sportfahrerkreises e.V. auf der Nordschleife des Nürburgrings aus. Das war kein Autorennen, sondern — so der Veranstalter — "Fahren zur Optimierung der Fahrtechnik". Optimal verlief die Fahrt des Versicherungsmaklers nicht gerade: Mit 115 km/h kam er in einer Kurve von der Bahn ab und machte Bekanntschaft mit der Leitplanke.

Die Kaskoversicherung lehnte es ab, die Reparaturkosten zu übernehmen und verwies auf die Versicherungsbedingungen. Demnach bestand kein Versicherungsschutz für Autoschäden, die auf Motorsport-Rennstrecken entstehen, nur Fahrsicherheitstrainings dort waren versichert.

Bei so einem Sicherheitstraining sei der Unfall ja passiert, erklärte die Agentur und Kfz-Halterin. Also dürfe das Versicherungsunternehmen die Zahlung nicht verweigern. Im Übrigen sei der Risikoausschluss im Vertrag "überraschend" und "intransparent", benachteilige die Versicherungsnehmer.

Das Oberlandesgericht Karlsruhe wies die Zahlungsklage der Kfz-Halterin ab (12 U 149/13). Unter der fettgedruckten Überschrift "Was ist nicht versichert?" werde der Leistungsumfang des Versicherers konkretisiert: Die Klauseln seien weder überraschend noch unklar. Autorennen und zugehörige Übungsfahrten seien vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. An einem Rennen habe der Makler nicht teilgenommen, denn es erfolgte keine Zeitmessung und keine Platzierung.

Im nächsten Satz werde der Risikoausschluss — unabhängig vom "Renncharakter" der jeweiligen Fahrt — auf alle Fahrten auf Motorsport-Rennstrecken ausgedehnt. Davon ausgenommen seien nur Fahrsicherheitstrainings unter Aufsicht, weil sie weniger riskant seien. Die Veranstaltung des Sportfahrerkreises sei aber kein Training gewesen, sondern freies Fahren auf der Rennstrecke. Kein Trainer habe die Fahrer angeleitet, ihr Fahrverhalten beobachtet und Hinweise gegeben, um es zu verbessern.

Anders als die Kfz-Halterin behaupte, sei auch der Begriff "Motorsport-Rennstrecke" nicht unklar. So eine Strecke sei dem Motorsport gewidmet, während den Autorennen finde auf ihr kein öffentlicher Straßenverkehr statt. Dass die Nürburgring-Nordschleife manchmal auch für "Normalfahrer" zugänglich sei, die sie gegen Entgelt befahren dürften, nehme ihr nicht die Eigenschaft als Motorsport-Rennstrecke.