"Cross-Border-Selling" im Flugverkehr

Klausel einer britischen Fluggesellschaft für unwirksam erklärt

onlineurteile.de - Der Bundesverband der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände beanstandete eine Klausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) einer britischen Fluggesellschaft. Die Klausel besagt, dass Flugscheine ihre Gültigkeit verlieren, wenn nicht alle Coupons in der angegebenen Reihenfolge genutzt werden.

Hintergrund: Um ihre Langstreckenflüge von London aus besser auszulasten, verlangt die Airline für die Kombination aus Langstreckenflug und Zubringerflug nach London teilweise günstigere Preise als für den Direktflug allein. Mit der strittigen Klausel will das Unternehmen verhindern, dass nur am Direktflug interessierte Kunden einen Zubringerflug mitbuchen, um den billigeren Tarif zu erhalten - obwohl sie nicht vorhaben, den Zubringerflug anzutreten ("Cross-Border-Selling").

Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt urteilte verbraucherfreundlich und erklärte die Klausel in den AGB der Fluggesellschaft für unwirksam (16 U 76/08). Sie ändere das Verhältnis von Leistung und Gegenleistung einseitig zum Nachteil der Kunden, so das OLG. Fluggäste hätten auch dann Anspruch darauf, befördert zu werden, wenn sie Teile eines Hin- und Rückflugs nicht nutzten.

Die Airline schulde ihnen den vereinbarten Transport. Eben diesen Anspruch nehme die fragliche Klausel den Fluggästen: Im Fall des Falles würden sie gezwungen, ein neues Flugticket zu kaufen, obwohl sie den vollen Flugpreis für die gesamte Strecke gezahlt hätten.