Dachlawine beschädigt Autodach

Wohnungseigentümergemeinschaft muss ihre Stellplätze sichern

onlineurteile.de - Der Mieter hatte vom Eigentümer eine Wohnung und den dazugehörigen Kfz-Stellplatz gemietet. Der Stellplatz lag direkt vor dem Gebäude der Eigentumswohnungsanlage. In einem Winter sammelte sich auf dem Dach viel Schnee und Eis an. Als es eines Morgens taute, löste sich eine Dachlawine und beschädigte den Wagen des Mieters. Motorhaube und Kotflügel mussten für über 2.000 Euro repariert werden.

Da die Gebäudehaftpflichtversicherung der Wohnungseigentümergemeinschaft nicht für den Schaden aufkam, verklagte der Mieter die Gemeinschaft selbst auf Schadenersatz. Zu Recht, wie das Landgericht Detmold entschied (10 S 121/10). Hauseigentümer seien zwar nach dem Baurecht nicht verpflichtet, Dritte vor Dachlawinen zu schützen und zu diesem Zweck Schneefanggitter zu montieren.

Wenn es jedoch um Parkplätze gehe, die eigens für Mieter und Bewohner einer Wohnanlage eingerichtet wurden, begründe dies eine Verkehrssicherungspflicht der Eigentümergemeinschaft. Bei besonderen Schneeverhältnissen müsse sie Sicherungsmaßnahmen treffen, zumindest gut erkennbar Warnhinweise anbringen.

Allerdings müsse sich der Mieter mit 50 Prozent der Schadenssumme begnügen, da ihm Mitverschulden anzurechnen sei. Angesichts des plötzlichen Wetterwechsels - Wärmeeinbruch! - habe es auch für ihn klar sein müssen, dass mit Dachlawinen zu rechnen war und sein Wagen beschädigt werden könnte. Nutzer eines Stellplatzes dürften nicht bloß auf die Hauseigentümer vertrauen. Sie müssten sich schon selbst um ihr Auto kümmern.