"Das Kfz ist unfallfrei"

Beim privaten Autokauf stellt diese Formulierung im Vertrag keine Garantie dar

onlineurteile.de - Knapp sechs Jahre alt war der VW-Sharan, als ihn ein Münchner kaufte. Für 11.200 Euro wechselte der Wagen den Besitzer. Im Formularkaufvertrag war, wie beim privaten Autokauf üblich, jede Gewährleistung ausgeschlossen. Außerdem enthielt er den Vermerk: "Das Kfz ist unfallfrei", ergänzt um ein handschriftliches "Ja". Doch ganz so wörtlich war das nicht zu nehmen: Als der Käufer den Wagen von einem Sachverständigen mit einem Spezialgerät überprüfen ließ, stellte sich heraus, dass am linken hinteren Kotflügel eine Delle repariert worden war. Vergeblich verlangte der Käufer vom Verkäufer, das Geschäft rückgängig zu machen.

Mit dem Kaufvertrag könne er dieses Verlangen nicht begründen, erklärte ihm das Landgericht München I (32 O 11282/03). Beim Autokauf unter Privatleuten stelle die Formulierung "unfallfrei" keine Garantie dar. Sie gebe nur den Wissensstand des Verkäufers wieder. Und auf den sei nicht unbedingt Verlass: Im Unterschied zu gewerblichen Autohändlern könne ein Privatmann sein Auto nicht auf "Herz und Nieren" prüfen und wisse daher meist nichts über Unfallschäden aus der Zeit des Vorbesitzers. Daher müssten Käufer von Gebrauchtwagen mit dem einen oder anderen Bagatellschaden am Fahrzeug rechnen.

Auch im konkreten Fall habe bereits der Verkäufer den Sharan mit der Delle gekauft, die vom Vorbesitzer stammte, und die Reparatur nicht bemerkt. Im Vertragsformular habe es auch damals schon geheißen: "Das Kfz ist unfallfrei". Fazit: Wer sein Auto nicht beim Händler, sondern privat kauft, muss sich die Unfallfreiheit ausdrücklich garantieren lassen. Die im Kaufvertrag vorformulierte Erklärung nützt im Zweifelsfall nichts.