Dem Ehemann fremde Kinder "untergeschoben"

Bei der Scheidung verweigert ihr das Gericht deshalb den Versorgungsausgleich

onlineurteile.de - Schon vor der Heirat 1991 hatte das Paar versucht, ein Kind zu zeugen - lange Zeit vergeblich. Eine urologische Untersuchung des Mannes ergab, dass er nur sehr eingeschränkt zeugungsfähig war. "Ausgeschlossen" sei es aber nicht, dass die Frau schwanger werden könnte, sagte der Arzt.

Vermeintlich klappte das sogar drei Mal, die Frau bekam jedenfalls drei Kinder. Was ihr Ehemann nicht wusste: Die Kinder stammten nicht von ihm, sondern aus außerehelichen Affären seiner Frau. Doch allmählich ging ihm ein Licht auf. Der betrogene Ehemann reichte die Scheidung ein und focht die Vaterschaft an. Als gerichtlich bestätigt wurde, dass er nicht der leibliche Vater der drei Kinder war, forderte er vom Familiengericht, seiner Ehemaligen den Versorgungsausgleich zu verweigern.

Zu Recht, wie das Oberlandesgericht (OLG) Hamm bestätigte (10 UF 177/07). Dem Ehemann fremde Kinder "unterzuschieben", stelle einen so gravierenden Missbrauch des Vertrauens und der ehelichen Solidarität dar, dass ein Versorgungsausgleich grob unbillig wäre, so das OLG. Selbst wenn die Frau - so nämlich ihre Verteidigungslinie - ihren Mann vielleicht nicht direkt belogen haben sollte, so habe sie ihn doch im Glauben gelassen, dass er der Vater sei.

Ihr Mann habe daran geglaubt: wegen der Auskunft des Urologen und weil er nichts von ihren Seitensprüngen wusste. Darüber habe ihn die Frau bewusst im Unklaren gelassen. Der Irrtum über die Vaterschaft habe zu weitreichenden finanziellen Konsequenzen geführt. Denn der Scheinvater habe die Kinder acht bzw. zehn Jahre lang unterhalten. Nun müsse er nicht auch noch von seiner Rentenanwartschaft etwas abgeben.

Die Aussichten des Scheinvaters, die leiblichen Väter auf Schadenersatz zu verklagen, seien gering. Zwei seien sowieso unbekannt. Der einzige von der Ehefrau benannte Mann, der Vater des Kindes M, sei zahlungsunfähig.