Der vernichtete Koffer

Flugreisender transportierte darin Weinflaschen und verderbliche Lebensmittel

onlineurteile.de - Vor dem Amtsgericht Frankfurt am Main klagte ein Fluggast gegen eine Fluggesellschaft. Der Mann verlangte 1.260 Euro Schadenersatz für seinen Koffer. Das Gepäckstück war bei einem Flug verloren gegangen und anschließend sogar vernichtet worden (30 C 1914/12 (32)).

Im Koffer hatte der Fluggast nicht nur übliche Reiseutensilien wie Bekleidung, Digitalkamera und Handy transportiert, sondern auch Urlaubsmitbringsel vom Mittelmeer wie eingelegte Oliven, Salami und mehrere Flaschen Wein. Diese Erinnerungen an die "schönste Zeit des Jahres" sollten dem Reisenden und seinem Koffer zum Verhängnis werden.

Denn das verloren gegangene Gepäckstück wurde von der Flughafenbehörde aus hygienischen Gründen vernichtet, weil es Flüssigkeit verlor und ganz übel roch. Offenbar waren die Flaschen zerbrochen und die Würste während des Aufenthalts im "Raum für fehlgeleitete Gepäckstücke" vergammelt. Aus diesem Grund wies das Amtsgericht die Klage des Fluggastes ab.

Die Fluggesellschaft müsse für den Verlust nicht haften, weil der Schaden auf die "Eigenart des Reisegepäcks" zurückzuführen sei. Die Flughafenbehörde habe den Koffer wegen des verdorbenen Inhalts aus dem Verkehr ziehen müssen — in diesem unhygienischen Zustand hätte die Fluggesellschaft das fehlgeleitete Gepäckstück gar nicht mehr nach Frankfurt befördern dürfen. Da der Fluggast darin verderbliche Lebensmittel aufbewahrte, habe er sich den Verlust selbst zuzuschreiben.