Des Mieters Recht auf ein warmes Bad

Vermieter muss ihm eine Gastherme gönnen, die das gewährleistet

onlineurteile.de - Die Gaswasserheizung eines Münchner Mieters gab Ende 2010 den Geist auf. Der Vermieter ließ eine neue Gastherme für warmes Wasser installieren. Doch damit war der Mieter überhaupt nicht zufrieden: Bis die Badewanne gefüllt sei, müsse er eine Ewigkeit warten. Das Wasser sei auch nicht warm genug. Das Gerät eigne sich höchstens als Untertischbatterie für ein Handwaschbecken, aber nicht zum Baden und Duschen.

Papperlapapp, die Therme sei ausreichend, erklärte der Vermieter ungerührt. Eine Wassertemperatur von 37 Grad genüge völlig. Und dabei meinte er es natürlich nur gut mit seinem Mieter. Denn: Höhere Temperaturen überlasteten Herz und Kreislauf. Außerdem trockne so die Haut aus.

Erstaunlicherweise überzeugte diese Argumentation den Mieter nicht. Er zog vor Gericht und forderte den Austausch der Warmwassertherme. Zu Recht, urteilte das Amtsgericht München (463 C 4744/11). Der Vermieter müsse dem Mieter die Räume in einem Zustand übergeben, die sich zum Wohnen eigneten. Dass man dort warm baden oder duschen könne, gehöre zum vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache und sollte eigentlich selbstverständlich sein.

Laut Gutachten des Gerichtssachverständigen benötige die aktuelle Gastherme etwa 42 Minuten, um die Badewanne mit 45 Grad warmem Wasser zu füllen. Das dauere eindeutig zu lange. Für den Mieter sei es nicht zumutbar, vor jedem Baden fast eine Dreiviertelstunde zu warten. Zudem kühle in dieser langen Zeit das Wasser schon wieder ab.

Dass der Mieter sich mit einer niedrigeren Badetemperatur nicht anfreunden mochte, konnte die Richterin ("aus eigener Erfahrung") gut nachvollziehen: Erst ab 41 Grad Wassertemperatur sei Baden wirklich angenehm, so das sachkundige Urteil.