Detektiv verpetzt Auftraggeber bei der Ehefrau

Wer gegen die Pflicht zur Verschwiegenheit verstößt, verliert den Anspruch auf Honorar

onlineurteile.de - Die Ehefrau eines Anwalts machte ein paar Tage Urlaub auf einer Insel, ohne ihren Mann. Aber nicht alleine, vermutete der Rechtsanwalt. Er beauftragte ein Detektivbüro damit, seine Frau zu beschatten. So geschah es. Ein Detektiv fotografierte den Begleiter der Ehefrau und beschrieb ihn am Telefon. Über das Honorar für die Ermittlungen wurde man jedoch nicht einig.

Als Wochen später immer noch ein Teil der Rechnung ausstand, sandte das Detektivbüro an die Ehefrau ein Schreiben mit dem Ermittlungsbericht. Sie sei im Auftrag ihres Mannes observiert worden, teilte man ihr mit, nun solle sie ihn doch bitte dazu bewegen, das Honorar zu zahlen. Der empörte Anwalt dachte gar nicht daran, im Gegenteil.

Nun zog er vor Gericht und verlangte die Anzahlung von 1.000 Euro zurück: Der Detektiv habe keinen Anspruch auf Honorar, meinte er, weil er ihn "verraten" habe. In Wirklichkeit habe der Mann genau gewusst, mit wem sich seine Ehefrau auf der Insel aufhalte, konterte das Detektivbüro. Er habe nur über den Aufenthalt der Ehefrau Bescheid wissen wollen, um selbst "zuhause freie Hand zu haben".

Selbst wenn das zutreffen sollte, spiele es keine Rolle, entschied das Amtsgericht Leer (7 d C 938/06). Der Detektiv werbe mit der Parole "Vertrauen gegen Vertrauen" und daran hätte er sich auch halten sollen. Die Pflicht zur Geheimhaltung - insbesondere der beobachteten Person gegenüber - sei wesentlicher Bestandteil eines Detektivauftrags.

Der Auftraggeber müsse frei entscheiden können, ob er die gewonnenen Erkenntnisse für sich behalten oder den Beobachteten damit konfrontieren wolle. Auch wenn der Auftrag schon erledigt sei, bestehe das besondere Vertrauensverhältnis zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer weiter. Und damit auch die Schweigepflicht. Wer dem Beobachteten den Auftrag offenbare, verliere seinen Anspruch auf Honorar.