Die kürzere Kündigungsfrist in der Probezeit ...

... gilt unabhängig davon, ob die Dauer der Probezeit angemessen war

onlineurteile.de - Im Arbeitsvertrag war eine Probezeit von sechs Monaten vereinbart. Für eine Fleischfabrik verrichtete der Arbeiter einfache Tätigkeiten, anscheinend nicht zur Zufriedenheit der Vorgesetzten. Jedenfalls erhielt er nach ca. fünf Monaten ein Schreiben, in dem der Prokurist der Firma das Arbeitsverhältnis "innerhalb der Probezeit zum nächstmöglichen Termin", also in zwei Wochen, kündigte.

Der Arbeitnehmer erhob Kündigungsschutzklage: Der Kündigung stehe entgegen, dass es bei einfachen Tätigkeiten unzulässig sei, eine so lange Probezeit zu vereinbaren, argumentierte er. Zumindest müsse für ihn die übliche Kündigungsfrist von vier Wochen gelten. Dem widersprach das Bundesarbeitsgericht (6 AZR 519/07).

Probezeiten dürften nach dem Gesetz (höchstens) sechs Monate dauern, so die Bundesrichter. Während dieser Zeit dürfe der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis ohne Begründung mit einer Frist von zwei Wochen kündigen. Diese verkürzte Kündigungsfrist gelte unabhängig davon, ob die vereinbarte Dauer der Probezeit in Bezug auf die konkrete Tätigkeit angemessen sei oder nicht.