Disk-Implantate haben sich bewährt

Private Krankenversicherung muss Kosten der Zahnarztbehandlung erstatten

onlineurteile.de - Im April 2004 reichte ein Versicherungsnehmer bei der privaten Krankenversicherung den Heil- und Kostenplan seines Zahnarztes ein. Der Zahnarzt wollte den Ober- und Unterkiefer des Patienten mit so genannten Disk-Implantaten versorgen (diese werden seitlich in den Kiefer, im tiefliegenden Knochen, eingesetzt).

Die Versicherung lehnte die Kostenübernahme mit der Begründung ab, es handle sich um eine Außenseitermethode, deren langfristiger Erfolg nicht gewährleistet sei. Das Unternehmen bot an, eine andere Therapie (Kronen und andere Implantate) zu finanzieren. Unbeeindruckt von dem negativen Bescheid ließ der Patient die Behandlung durchführen wie ursprünglich vorgesehen. Anschließend klagte er auf Kostenersatz und hatte beim Landgericht Köln Erfolg (23 O 458/04).

Das Gericht ließ sich von einem Sachverständigen beraten, der betonte, Disk-Implantate hätten sich praktisch bewährt. Rückmeldungen in bezug auf Fehler dieses Medizinprodukts gebe es bisher nicht. Der Vorteil dieser Methode sei, dass der Zahnarzt (bei geringem Knochenaufbau des Patienten) darauf verzichten könne, vor dem Einsatz der Implantate erst einmal den Knochen durch Operationen aufzubauen, was häufig Komplikationen nach sich ziehe.

Da sich die Methode mittlerweile in der Praxis durchgesetzt habe und zum Bestandteil der Schulmedizin gezählt werde, müsse die Versicherung einspringen, so das Landgericht. Dass Fachleute die Behandlungsmethode überwiegend ablehnten oder ihr Versuchscharakter unterstellten, habe die Versicherung zwar behauptet, aber nicht belegen können.