"Do-it-yourself" mit dem Bagger

Private Haftpflichtversicherung muss nicht für Gebäudeschäden einstehen

onlineurteile.de - Um für die Eltern Wohnraum zu schaffen, wollte ein Mann sein Einfamilienhaus um einen Anbau erweitern - überwiegend im kostensparenden "Do-it-yourself"-Verfahren. Und sein Vater half tatkräftig mit. Sogar die Ausschachtungsarbeiten mit dem Bagger erledigte er selbst. Eine Baugrube von 2,5 Metern Tiefe hob er aus, doch leider nicht fachgerecht. Das Haus des Sohnes hatte kein ordentliches Fundament und geriet durch die Arbeiten an der Mauer ins Wanken. Der Giebel rutschte weg, im Mauerwerk entstanden tiefe Risse. Die private Haftpflichtversicherung des Vaters sollte die Folgekosten übernehmen.

Dazu ist sie nicht verpflichtet, entschied das Oberlandesgericht Oldenburg (3 W 5/04). Eine Haftpflichtversicherung biete Versicherungsschutz für "Gefahren des täglichen Lebens". Wenn der Versicherungsnehmer mit einem Bagger eine große Baugrube aushebe, habe das mit den üblichen Heimwerker-Aktivitäten nichts mehr zu tun. Dies sei eine gefährliche Tätigkeit: Kein verständiger Laie würde eine solche Arbeit selbst und ohne jede Unterstützung von Fachkräften durchführen. Da die Grube unmittelbar an der Hausmauer ausgehoben wurde, hätte sich dem "Baggerfahrer" außerdem der Gedanke aufdrängen müssen, dass dies die Bausubstanz des Hauses angreife. Schließlich hätten die Häuslebauer ja gewusst, wie "labil" das Fundament des Einfamilienhauses war.