(Don't) "Tell-a-friend"!

Wer diese Weiterempfehlungsfunktion im Internet nutzt, belästigt die Empfänger

onlineurteile.de - Im Internet wird die Tell-a-friend-Funktion häufig angewendet. Unternehmen fordern Besucher ihrer Webseite dazu auf, diese Funktion anzuklicken und so eine E-Mail, die auf den Internetauftritt hinweist, an Bekannte zu verschicken. Diese Empfehlungs-E-Mail wird auf der Webseite automatisch erstellt, wenn der Internetnutzer dort seine eigene E-Mail-Adresse und die des "Freundes" eingibt.

Ein Anwalt, der mehrere solche Mails bekommen hatte, verklagte — nach einigen Beschwerden und Abmahnungen — das betreffende Unternehmen auf Unterlassung. Er wolle von Werbe-E-Mails verschont bleiben. Der Bundesgerichtshof gab ihm Recht: Mit Weiterempfehlungsfunktion "Tell-a-friend" verschickte Mails seien genauso zu beurteilen wie unverlangt versandte Werbe-E-Mails des Unternehmens selbst (I ZR 208/12).

E-Mail-Werbung ohne vorheriges Einverständnis des Empfängers zu verschicken, sei grundsätzlich rechtswidrig. Diese Art "Spam" störe bei gewerblichen Empfängern den Betriebsablauf, im konkreten Fall den Betriebsablauf der Anwaltskanzlei. Der Empfänger (oder Mitarbeiter) müsse die Mails sichten und Widerspruch einlegen, um weitere Zusendungen zu verhindern. Das stelle belästige die Empfänger und beeinträchtige Gewerbebetriebe.

Dass die Mails von Internetbesuchern verschickt werden und nicht direkt vom Unternehmen selbst, ändere nichts an ihrem Charakter als unerwünschte Reklame. Und die sei sehr wohl dem Unternehmen zuzurechnen. Schließlich schaffe es auf seiner Webseite mit der "Tell-a-friend"-Funktion für Internetbesucher die Möglichkeit, derartige Mails zu verschicken. Das Unternehmen erscheine im Mailprogramm des Empfängers auch als Absender.

Sinn dieser Weiterleitungsfunktion sei es, Mails an Dritte zu versenden — von denen naturgemäß niemand wisse, ob sie damit einverstanden seien. In der Regel hätten die Empfänger also der Werbung nicht zugestimmt und müssten erheblichen Aufwand treiben, um sich dagegen zur Wehr zu setzen.