Dreimal das Studium gewechselt

Ausbildungsunterhalt für den Studenten wurde gestrichen

onlineurteile.de - Nach dem Abitur leistete der junge Mann bis Juli 1999 Zivildienst. Danach fing er an zu studieren - ohne zu wissen, was er wollte: Mit dem Studienziel Lehramt belegte er im Winter 1999 die Fächer Germanistik und Sozialkunde. An einer anderen Universität machte er im Folgesemester mit Sozialwissenschaften und Pädagogik weiter. Im Wintersemester 2000/2001 fühlte er sich zum Studium der Rechtswissenschaften berufen und wechselte wiederum den Studienort. Die neue Fachrichtung gefiel ihm aber auch nicht so recht. Er zog im Wintersemester 2001/2002 ein weiteres Mal um und begann das Studium der Agrar-, Haushalts- und Ernährungswissenschaften.

Da wurde es dem Vater zu bunt: Er mochte das Studentenleben seines Sohnes nicht länger finanzieren. Die Klage des wankelmütigen Filius auf Ausbildungsunterhalt blieb ohne Erfolg. Das Amtsgericht Lüdenscheid klärte den Studenten über seine Pflichten auf (5 F 375/02). Vom Vater könne er nur Bares verlangen, wenn er seine Ausbildung zielstrebig und planvoll betreibe. Und das habe er nicht getan. Dabei habe der Student während des Zivildienstes durchaus Zeit gehabt, seinen weiteren Ausbildungsweg sorgfältig vorzubereiten und zu planen.

Nach dem Abitur (oder anderen Schulabschlüssen) stehe zwar jedem Unterhaltsberechtigten eine Orientierungsphase zu. Etwa ein Jahr lang dürfe sich der Nachwuchs vor einer endgültigen Entscheidung "umsehen". Wenn ein Student feststelle, dass das gewählte Fach doch nicht das passende sei, sei ein Wechsel nach einem Semester völlig in Ordnung. Wer jedoch den Studiengang dreimal wechsle - in ganz unterschiedliche Fächer -, betreibe seine Ausbildung nicht ernsthaft. Damit entfalle auch der Anspruch auf Ausbildungsunterhalt.