Duplex-Garage mit Tücken

Wer sein Fahrzeug darin abstellt, muss prüfen, ob die Hebebühne benutzbar ist

onlineurteile.de - Ein Münchner Autofahrer parkte seinen Audi in der Tiefgarage: auf dem rechten oberen Stellplatz einer Duplex-Garage für vier Fahrzeuge. Kurz darauf beförderte eine Frau das Fahrzeug ihres Arbeitgebers nach oben. Sie drehte den Schlüssel im Schalter der Hebebühne und bemerkte nicht, dass der Audi durch den Hebevorgang mit der Heckscheibe gegen einen Lüftungsschacht gedrückt wurde. Erst als die Heckscheibe laut zersprang, ließ die Frau den Schalter los und stoppte den Vorgang.

Die Reparatur der Heckscheibe kostete 2.300 Euro. Wechselseitig warfen sich die Beteiligten vor, den Metalllüftungsschacht übersehen zu haben. Der Schacht verlief an der Garagendecke zwischen den Stellplätzen und dem Mittelgang der Garage und schränkte die Höhe der Stellplätze ein.

Vergeblich forderte der Audibesitzer Ersatz für die Reparaturkosten, seine Klage scheiterte beim Amtsgericht München (271 C 3012/07). Der zuständige Richter hatte sich die Tiefgarage genau angesehen. Wenn die Frau die Hebebühne langsam "tastend" bewegt hätte, wäre das alles nicht passiert, stellte er fest. Doch der Audibesitzer hätte (ebenso wie die Frau) sehen können oder müssen, dass der Lüftungsschacht den Platz verengte.

Da er einen ziemlich großen Wagen fahre, hätte er prüfen müssen, ob der Stellplatz für den Audi überhaupt geeignet war und ob die Hebebühne problemlos zu benutzen sei. Das müsse der Nutzer einer Duplex-Garage schon deshalb kontrollieren, weil alle Fahrer die Möglichkeit haben müssten, auf ihre Autos zuzugreifen. Das habe der Audibesitzer versäumt und sei daher für den Schaden selbst verantwortlich.