"Durchrostgarantie"

Mercedes darf die Garantie an regelmäßige Inspektionen in Vertragswerkstätten knüpfen

onlineurteile.de - 2002 kaufte ein Mann einen gebrauchten Mercedes (S-Klasse). Die Wartungsdienste ließ er nicht von einer Mercedes-Benz-Werkstatt, sondern von einem anderen Kfz-Meisterbetrieb durchführen. Nach einigen Jahren war die Heckklappe durchgerostet. Der Mercedes-Besitzer wandte sich an den Hersteller und pochte auf das Langzeit-Garantiepaket "mobilo-life", das in solchen Fällen eine kostenlose Reparatur vorsieht.

Doch das Unternehmen verwies auf seine Garantiebedingungen. Die Durchrostgarantie sei an die Bedingung geknüpft, dass die "Wartungsdienste nach Herstellervorgaben in Mercedes-Benz-Werkstätten ausgeführt werden". Das sei zulässig, urteilte der Bundesgerichtshof, der über die Klage des Autofahrers auf kostenlose Reparatur zu entscheiden hatte (VIII ZR 187/06).

Die einschlägige Klausel benachteilige die Kunden nicht unangemessen. Das Unternehmen biete dem Kunden mit der langfristigen "mobilo-life"-Garantie gegen Durchrostung eine zusätzliche Leistung an - um mit diesem Qualitätsmerkmal den Absatz zu fördern - und mache diese Garantie von einer Gegenleistung des Kunden abhängig. Mit dem Garantie-Angebot verfolge der Fahrzeughersteller auch das Ziel, Mercedes-Kunden langfristig an das Vertragswerkstättennetz zu binden. Das sei legitim.