Ebay-Auktion vorzeitig abgebrochen

Das Höchstgebot von 56 Euro für einen Wohnwagen ist dennoch verbindlich

onlineurteile.de - Bei eBay wollte ein Paar seinen Wohnwagen verkaufen. Frau A stellte das Angebot beim Internetauktionshaus online, und zwar mit einem Startpreis von 1 Euro. Zwei Tage später brach sie die Auktion vorzeitig ab, weil ihr Lebensgefährte den Wohnwagen lieber anderweitig losschlagen wollte. Doch da hatte Herr B im Internet bereits ein Gebot von 56 Euro abgegeben.

Das war zu diesem Zeitpunkt das Höchstgebot. Nach den Geschäftsbedingungen von eBay war damit ein Kaufvertrag zustande gekommen. Darauf pochte Herr B und verlangte den Wohnwagen. Frau A lehnte ab und ließ es auf einen Rechtsstreit ankommen. Doch den verlor sie beim Landgericht Detmold (10 S 163/11).

Wer bei eBay als Anbieter an einer Internetauktion teilnehme, erkläre sich damit einverstanden, das höchste Gebot zu akzeptieren, stellte das Gericht fest. Dies sei kein "normales" Geschäft, bei dem ein grobes Missverhältnis von Preis und Leistung unter Umständen bedeuten könne, dass der Vertrag sittenwidrig und damit unwirksam sei.

Allen Teilnehmern einer Internetauktion sei bewusst, dass hier der "übliche Marktwert" nicht die zentrale Rolle spiele wie sonst im Handel. Die Vorstellung des Bieters, im richtigen Moment zu einem besonders günstigen "Schnäppchen” zu kommen, sei geradezu ein Wesensmerkmal so einer Auktion.

Dem widerspräche es, wenn die Angebote nur unter der Bedingung verbindlich wären, dass ein "angemessener” Preis erzielt wird. Der Anbieter könne sein Risiko durch die Angabe eines Mindestgebots, durch die Festlegung der "Bietschritte" und durch die Dauer der Auktion begrenzen.