Ehefrau arbeitete als Prostituierte

Ehemann setzt den teilweisen Ausschluss des Versorgungsausgleichs durch

onlineurteile.de - 2003 hatte das Paar geheiratet. Im Sommer 2006 kam es nach einer Reise der Ehefrau in ihr Heimatland zu einem Riesenkrach: Sie hatte vor dem Urlaub mit der EC-Partnerkarte ohne Wissen ihres Mannes einen größeren Geldbetrag von dessen Bankkonto abgehoben und damit das Konto überzogen. Nun nahm er ihr die EC-Partnerkarte ab.

Ein Jahr später fand der Ehemann eine Rechnung, ausgestellt von einer Zeitschrift namens "M. diskret" für Anzeigen, die seine Frau geschaltet hatte. Er ließ sich die Zeitschrift zuschicken und fand darin ein Inserat, in dem sich seine Frau als Prostituierte anbot. Daraufhin reichte der Mann die Scheidung ein und beantragte gleichzeitig, den Versorgungsausgleich auszuschließen.

An den Rentenansprüchen, die ihr Mann ab 2006 erworben habe, werde die Frau nicht mehr beteiligt, entschied das Oberlandesgericht Bremen (4 UF 30/09). Alles andere wäre angesichts ihres gravierenden Verstoßes gegen die eheliche Treuepflicht grob unbillig, erklärten die Richter.

Hinter dem Rücken ihres Mannes habe die Ehefrau quasi ein Doppelleben geführt und in einer Nachbarstadt als Prostituierte gearbeitet. Ihren Mann habe sie angelogen und von einer 800-Euro-Stelle als Kindermädchen in M. erzählt. Dabei habe sie öffentlich - in Zeitschriften und im Internet, Fotos inklusive - Liebesdienste angeboten.

Damit habe sie nur ihre Reisen in die Heimat finanzieren wollen, argumentierte die Ehefrau. Von ihrem Mann habe sie ja nichts mehr bekommen. Der Ehemann habe immerhin die Kosten des gemeinsamen Haushalts getragen, konterten die Richter, und außerdem Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung abgeführt, von denen sie jetzt profitieren wolle. Sie habe dagegen ihre Einnahmen für sich allein verbraucht.