Ehemann zieht aus dem Eigenheim aus ...

... und verlangt von seiner geschiedenen Frau Nutzungsentschädigung: Das klappt nicht immer!

onlineurteile.de - 2001 wurde die Ehe geschieden; schon lange vorher hatte der Ehemann das Einfamilienhaus verlassen, das ihm und seiner Frau gemeinsam gehörte. Seitdem bewohnte die berufstätige Frau das Haus mit den zwei erwachsenen Kindern. Diese absolvierten bereits eine Berufsausbildung und bekamen vom Vater keinen Unterhalt mehr. Seine Ex-Frau verdiente etwa 1.500 Euro netto und zahlte davon den gemeinsam für das Haus aufgenommenen Kredit ab (ca. 360 Euro monatlich). Der Mann war der Ansicht, ihm stehe als Miteigentümer des Hauses Geld von seiner geschiedenen Frau zu ("Nutzungsentschädigung"). Schließlich wohne sie dort mietfrei, während er vom Haus nichts mehr habe.

Nach dem Beschluss des Oberlandesgerichts (OLG) Brandenburg ging der Mann jedoch leer aus (9 W 21/02). Wenn die Frau seit der Scheidung alleine im Haus wohnen würde, müsste sie ihn für die Nutzung seiner Eigentumshälfte entschädigen, räumte das OLG ein. Er habe sich aber mit ihr darauf geeinigt, dass die volljährigen Kinder weiterhin kostenlos im Eigenheim wohnen sollten. Mit dieser freiwilligen Zuwendung an seine Kinder habe der Vater auf einen Teil seines Nutzungsrechts am Haus verzichtet. Von seiner Ehemaligen könne er daher höchstens ein Sechstel des Gesamtwohnwerts als Nutzungsentschädigung verlangen (vorausgesetzt, dass diese ein Drittel des Hauses bewohne).

Aber auch daraus wurde nichts - wegen des (gemeinsam abzuzahlenden) Kredits: Denn die Kreditrate, die die Ehefrau monatlich an die Bank zahlte, war doppelt so hoch wie der verbleibende Anspruch des Mannes auf Nutzungsentschädigung.