"Eigensperre" im Spielkasino

Spielsüchtiger verzockt trotz Sperre viel Geld - Kasino muss die Einsätze zurückzahlen

onlineurteile.de - Nicht das klassische Roulette hatte es dem Mann angetan, sondern das Spiel an den Geldautomaten, die im Spielkasino in einem Extra-Raum aufgestellt waren. Da er durch das Glücksspiel viel Geld verlor und ihm doch nicht widerstehen konnte, ließ er sich vom Kasino sperren. Aber auch das half nichts: Er spielte trotzdem weiter und brachte sich um weitere 87.000 Mark. Ein Verein zur Beratung Glücksspielsüchtiger verklagte für ihn das Spielkasino auf Rückzahlung.

Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm gab ihm Recht (13 U 119/02). Da das Kasino den Automatensaal nicht kontrolliere, würden die Spielsüchtigen trotz Sperre hier weiter ihr Geld los. Die Spielbank dagegen gehe überhaupt kein Risiko mehr ein, weil sie bei größeren Gewinnen die Daten kontrolliere und gesperrten Spielern kein Geld auszahle. Das sei unhaltbar: Wenn eine Sperre bedeute, dass zwischen Bank und Spieler kein Spielvertrag mehr zustandekomme und der Spieler nichts mehr gewinnen könne, dürfe das Kasino nicht umgekehrt die Einsätze des Spielers behalten.

Während die Rechtsprechung bisher eher der Ansicht zuneigte, Spielbanken seien nicht verpflichtet, Sperren wirksam durchzusetzen (so auch das OLG Hamm selbst, vgl. gri-Artikel 45 947), meldete das OLG in diesem Urteil Zweifel daran an: Sperren, die die Spielsüchtigen vor sich selbst schützen sollten, würden auf diese Weise sinnlos. Es könne vielleicht ein Anreiz für bessere Kontrollen sein, wenn das Kasino von gesperrten Spielern nicht mehr profitiere.