Ein Wintergarten ist keine bessere Loggia

Mieterin muss Verglasung ihrer Loggia nicht akzeptieren

onlineurteile.de - Der Vermieter hatte angekündigt, die Außenfassade zu modernisieren und Wärme- und Schalldämmung zu verbessern. Die Loggien an der Front des Hochhauses nahe der A7 bei Hamburg sollten durchgehend verglast werden. Aus ihrer offenen Loggia werde damit ein geschlossener Wintergarten, beanstandete eine Mieterin.

Die Frau lehnte die Bauarbeiten ab und verweigerte den Handwerkern den Zutritt zu ihrer Wohnung. Begründung: Der Umbau verändere die ganze Wohnung. Die Loggia werde nicht etwa verbessert, wie der Vermieter behaupte, sie gehe vielmehr verloren. Der Wintergarten sei als Raum praktisch nicht nutzbar, im Sommer zu heiß und im Winter zu kalt. Außerdem falle dann kaum mehr Licht ins Wohnzimmer.

Das Landgericht Hamburg gab der Mieterin Recht (311 S 102/07). Die Verglasung sei keine Modernisierungsmaßnahme, welche die Mieterin akzeptieren müsste. Auch der Umstand, dass sich der Vermieter davon Energieeinsparungen und besseren Lärmschutz verspreche, rechtfertige den Umbau nicht.

Der neue, wintergartenähnliche Raum wäre eben keine "verbesserte Loggia" - durch die Verglasung entstehe vielmehr etwas Neues. Damit werde die Mietsache so stark verändert, dass es den Rahmen einer Verbesserungsmaßnahme sprenge. Die Mieterin habe die Wohnung schließlich mit Loggia und nicht mit Wintergarten gemietet.