Einbauküche mit "klemmender Tür"

Scheitern alle Reparaturtermine am Käufer, hat das Möbelhaus Anspruch auf den vollen Kaufpreis

onlineurteile.de - 2.999 Euro kostete die Einbauküche, die ein Münchner in einem Einrichtungszentrum gekauft hatte. Der Kunde überwies dem Möbelhaus nur 2.328 Euro. 671 Euro hielt er zurück, weil angeblich eine der Schranktüren klemmte. Nachdem sich der Käufer darüber beschwert hatte, bot ihm der Möbelhändler sofort an, die Tür zu reparieren.

Immer wieder — ein ganzes Jahr lang! — versuchten Mitarbeiter des Einrichtungszentrums, mit dem Käufer einen Reparaturtermin zu vereinbaren. Er sagte alle Termine wieder ab und versprach jedes Mal, bald einen ihm passenden Termin mitzuteilen. Irgendwann meldete sich der unzufriedene Kunde überhaupt nicht mehr. Nun reichte es dem Möbelhändler, er verklagte ihn auf Zahlung des restlichen Kaufpreises.

Zu Recht, wie das Amtsgericht München entschied (274 C 7664/11). Grundsätzlich hätten Käufer mangelhafter Ware durchaus das Recht, dem Verkäufer einen Teil des Kaufpreises vorzuenthalten — bis der Mangel beseitigt sei. Hier habe sich der Kunde aber selbst vertragswidrig verhalten. Er könne sich nicht mehr auf sein Zurückbehaltungsrecht berufen und müsse den Restbetrag begleichen.

Der Verkäufer habe seine Bereitschaft, den Mangel zu beheben, zur Genüge unter Beweis gestellt. Doch der Käufer habe ihm die Nachbesserung unmöglich gemacht, indem er alle vereinbarten Termine habe platzen lassen.