Einbruch im Schrebergarten

Hausratversicherung muss den Wert gestohlener Gartengeräte nicht ersetzen

onlineurteile.de - Für seine Wohnung hatte Herr V eine Hausratversicherung abgeschlossen. Außerdem war er stolzer Besitzer eines Schrebergartengrundstücks. Das Grundstück mit Gartenhütte hatte V nur gegen Feuer versichert (Wohngebäudeversicherung). Irgendwann im Mai 2009 brachen unbekannte Täter im Gartenhaus ein — zu der Zeit war der Besitzer in Urlaub.

Die Einbrecher durchschnitten den Maschendrahtzaun des Grundstücks und stiegen durch das verriegelte Fenster ins Gartenhaus ein. Sie ließen alles mitgehen, was irgendwie brauchbar erschien, in erster Linie Gartengeräte: einen elektrischen Rasenmäher, Heckenschere usw. Für den Schaden, vom Versicherungsnehmer auf 1.295 Euro taxiert, sollte die Hausratversicherung geradestehen, obwohl die Gartenhütte nicht der "versicherte Ort" war.

Herr V pochte auf eine Klausel in den Versicherungsbedingungen: Demnach waren seine Sachen überall versichert, vorausgesetzt, sie befanden sich nur vorübergehend außerhalb der versicherten Wohnung. Normalerweise bewahre er die gestohlenen Gartengeräte im Keller seiner Wohnung auf, teilte er der Versicherung mit. Ungefähr zwei Wochen vor dem Einbruch habe er sie in die Gartenhütte gebracht. Eigentlich habe er vorgehabt, die Geräte vor dem Sommerurlaub wieder im Keller abzustellen.

Seine Klage gegen den Hausratversicherer blieb jedoch ohne Erfolg. Der Zweck, dem Gartengeräte dienten, spreche dafür, dass sie nicht nur "vorübergehend aus der Wohnung entfernt" wurden, urteilte das Amtsgericht Gießen (47 C 374/11). Gartengeräte würden bestimmungsgemäß im Garten eingesetzt. Solche Gegenstände befänden sich nicht (dem Wortlaut der Klausel gemäß) vorübergehend außerhalb der Wohnung, sondern umgekehrt: Sie werden allenfalls vorübergehend in der Wohnung bzw. im Keller der Wohnung aufbewahrt.

Dasselbe gelte z.B. für Pelze, die ihre Besitzerin im Sommer auswärts aufbewahre, und allgemein für alle Sachen, die Versicherungsnehmer nur saisonweise nutzten (abwechselnd einige Monate in einer und einige Monate in einer anderen Wohnung). Mit einer Unterbrechung von 2-3 Wochen während des Sommerurlaubs habe Herr V die Gartengeräte im Schrebergarten einsetzen wollen. Und dort sollten sie in dieser Zeit auch bleiben. Das sei nicht "vorübergehend". Daher müsse die Hausratsversicherung nicht für den Verlust einstehen.