Eine wirksame fristlose Kündigung ...

... setzt eine erfolglose Abmahnung voraus, auch wenn ein Arbeitnehmer kündigt

onlineurteile.de - Erst seit 1998 arbeitete ein Mann als Außendienstmitarbeiter im Geräteverkauf. Im Herbst 2001 kündigte er auf Anraten seines Arztes das Arbeitsverhältnis ordentlich zum Ende des Jahres. Die Gründe dafür seien vor allem gesundheitlicher Art, schrieb der Verkäufer, und legte ein Attest bei. Der Arbeitgeber akzeptierte die Kündigung, forderte allerdings offene Vorschüsse zurück. Damit war der ausgeschiedene Mitarbeiter nicht einverstanden und pochte auf seinen Anstellungsvertrag. Darin hieß es, am Ende des Arbeitsverhältnisses müssten offene Vorschüsse und Darlehen nicht zurückgezahlt werden, wenn der Arbeitnehmer aus Gründen kündige, die ihn zu einer fristlosen Kündigung berechtigten.

Das treffe hier nicht zu, entschied das Landesarbeitsgericht Köln (10 Sa 1034/02). Dass ihm der Hausarzt dringend zur Kündigung geraten habe, wie das Attest belege, genüge für eine wirksame fristlose Kündigung nicht. Auch ein Arbeitnehmer müsse vor einer Kündigung den Arbeitgeber erfolglos abmahnen. Das bedeute in diesem Fall: Er hätte seine gesundheitlichen Probleme schildern und dem Chef Gelegenheit geben müssen, die Arbeitsbedingungen zu ändern. Erst wenn dieser Antrag ohne Wirkung geblieben wäre, hätte er fristlos kündigen dürfen. Da er ohne Abmahnung gekündigt habe, sei der Ex-Außendienstmitarbeiter vertraglich verpflichtet, dem Arbeitgeber die (noch nicht verdienten) Vorschüsse zurückzuzahlen.