"Einkunftsmillionär" zog ins Ausland

Finanzamt ordnet Außenprüfung in den Räumen der Behörde an

onlineurteile.de - Ein angestellter Geschäftsführer, der (zumindest im Jahr 2000) über eine Million DM verdient hatte, zog danach ins Ausland. Das Finanzamt stufte ihn als "Einkunftsmillionär" ein - d.h. als "Steuerpflichtigen mit außerordentlich hohen Einkünften" - und setzte eine Außenprüfung an. Was den Steuerzahler besonders erboste: Seinen Wohnsitz ignorierten die Finanzbeamten und bestellten ihn zur Außenprüfung in die deutschen Amtsräume. Man hätte doch wenigstens berücksichtigen müssen, dass er mittlerweile im Ausland lebe, meinte er.

Der Bundesfinanzhof (BFH) verneinte das (VI R 68/04). Zunächst einmal sei es hier sachgerecht, eine Außenprüfung anzusetzen, erklärte der BFH. Da dem Geschäftsmann erhebliche Beträge zu Anlagezwecken zur Verfügung standen und er keine plausiblen Angaben zu deren Verwendung gemacht habe, bestehe "Aufklärungsbedarf".

Wenn eine Vielzahl von Belegen zu prüfen und dabei mit zahlreichen Rückfragen zu rechnen sei, könne das Finanzamt eine Außenprüfung anordnen. Das sei prinzipiell zweckmäßiger als Einzelermittlungen in der Amtsstelle. Verfüge der Steuerzahler jedoch in Deutschland weder über Geschäftsräume, noch über einen Wohnsitz, sei es zulässig, die Außenprüfung in deutschen Amtsräumen durchzuführen.