Eiskunstlaufpaar: Wird ein Partner verletzt ...

... hat der andere keinen Anspruch auf Schadenersatz

onlineurteile.de - Vor einigen Jahren wurde bei einem Verkehrsunfall ein deutscher Eiskunstläufer verletzt. Der Mann war Paarläufer und bildete mit seiner Partnerin ein bekanntes und international erfolgreiches Eiskunstlaufpaar. Von der Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers bekam der Sportler 300.000 Mark Schadenersatz für Behandlungskosten und Verdienstausfall (Gagen für Auftritte etc.). Vergeblich versuchte seine Partnerin, auch für sich Schadenersatz herauszuholen: Monatelang habe sie nicht an Wettkämpfen teilnehmen können, argumentierte sie, anschließend schlechtere Platzierungen belegt und Sponsoren- und Preisgelder verloren.

Diese Fakten bezweifelte der Bundesgerichtshof nicht, wies jedoch die Klage ab (VI ZR 171/02). Zwar seien Paarläufer unbedingt aufeinander angewiesen, um ihren Sport erfolg- und gewinnbringend ausüben zu können. Also habe die Frau durch den Unfall einen Vermögensschaden erlitten. Allerdings sei sie nur indirekt betroffen, der Unfallverursacher habe keines ihrer Rechte unmittelbar verletzt. Deshalb könne sie keinen Schadenersatz beanspruchen: Das deutsche Recht kenne keine Haftung für Schäden, die durch einen Schadensfall mittelbar dritten Personen entstünden.