Engländer bewirbt sich erfolglos bei Gärtnerei

Einen Bewerber wegen fehlender Deutschkenntnisse abzulehnen, ist keine Diskriminierung

onlineurteile.de - Der englische Staatsbürger lebt seit 2004 in Deutschland und beherrscht die deutsche Sprache nicht sonderlich gut. Als er sich um eine Stelle in einem Garten- und Landschaftsbaubetrieb bewarb, wies er im Vorstellungsgespräch darauf hin, dass er die deutsche Sprache ganz passabel verstehe, aber nicht gut spreche. Da sehe er kein Problem, antwortete der Arbeitgeber. Nach einem Probearbeitstag wurde der Bewerber dennoch abgelehnt.

Er sei wegen seiner Herkunft diskriminiert worden, warf der verhinderte Gärtner dem Arbeitgeber vor. Er pochte auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und forderte eine Entschädigung von drei Monatslöhnen. Mit der Herkunft des Bewerbers habe die Entscheidung nichts zu tun, konterte der Arbeitgeber. Vielmehr fehlten dem Mann elementare Kenntnisse im Umgang mit Maschinen, die im Landschaftsbaubetrieb zu bedienen seien.

Das Arbeitsgericht Berlin wies die Klage des Engländers ab (14 Ca 10356/07). Ob ihn der Gartenbaubetrieb wegen technischer oder wegen sprachlicher Defizite abgelehnt habe, könne offen bleiben, so das Gericht. Denn auch Letzteres habe nichts mit der "ethnischen Herkunft" oder mit der britischen Staatsangehörigkeit zu tun. Egal, wo jemand herkomme: Unzulängliche Sprachkenntnisse seien bei der Arbeit ein Hindernis. Einen Bewerber deswegen nicht anzustellen, sei zulässig. Schlechte Sprachkenntnisse seien kein Rechtsgut, das vom AGG geschützt würde.