Englischer Englisch-Lehrer

BAG: Qualifikation eines "Qualified Teacher" ist mit Niedersächsischer Lehramtsausbildung nicht vergleichbar

onlineurteile.de - Ein britischer Staatsangehöriger arbeitet seit dem 1. April 2002 in Niedersachsen als angestellter Englischlehrer. In London hatte er eine vierjährige Lehrerausbildung am College der University of London absolviert und darf sich "Qualified Teacher" nennen. In Niedersachsen wurde der Lehrer schlechter bezahlt als die deutschen Lehrer (nämlich nach IV a BAT). Gleiche Arbeit, gleiche Vergütung, sagte sich der Mann und zog vor Gericht, um Gleichbehandlung durchzusetzen.

Innerhalb der Europäischen Gemeinschaft herrsche Freizügigkeit, betonte das Bundesarbeitsgericht (4 AZR 225/06). Arbeitnehmer seien unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit zu entlohnen und auch im Hinblick auf Arbeitsbedingungen etc. gleich zu behandeln. Für die Ausbildungsnachweise anderer Mitgliedstaaten seien Anerkennungs- und Prüfungsverfahren zu schaffen, um die unterschiedlichen Qualifikationen vergleichen zu können.

Seien sie gleichwertig, dürfe es keine Ungleichbehandlung geben. Wenn der Englischlehrer schlechter bezahlt werde als seine deutschen Kollegen, stelle dies jedoch keine Diskriminierung dar. Denn die Lehrerausbildung, die er in Großbritannien absolvierte, sei keine akademische Ausbildung und der Niedersächsischen Lehramtsausbildung nicht gleichwertig. Um in die Vergütungsgruppe II a BAT eingruppiert zu werden, müsse man eine akademische Ausbildung vorweisen.