Enterben ist schwierig!

Unwirksam: Vater entzog dem Sohn den Pflichtteil, weil er Geld veruntreute

onlineurteile.de - Seinem Geschäft drohte die Insolvenz. Da bediente sich der Mann an dem Geld, das ihm sein Vater für ganz andere Zwecke anvertraut hatte (27.000 DM). Als die "Transaktion" aufkam, änderte der empörte Vater sein Testament zu Gunsten der Tochter. Dem ungetreuen Sohn entzog er sogar den Pflichtteil. Nach dem Tod des Vaters forderte der Sohn den Pflichtteil von der Alleinerbin, seiner Schwester. Seine Klage hatte beim Oberlandesgericht (OLG) Hamm Erfolg (10 U 111/06).

Das OLG erklärte das Testament des Vaters in diesem Punkt für unwirksam. Nach dem Gesetz könne zwar der Erblasser einem Kind den Pflichtteil entziehen, wenn das Kind ein Verbrechen gegen ihn (oder den Ehegatten) begehe. Verfehlungen gegen Eigentum oder Vermögen genügten als Anlass dafür aber nicht. Nur wenn das Kind damit zusätzlich das Eltern-Kind-Verhältnis grob missachte und den Erblasser schwer kränke, rechtfertige dies eine Entziehung .

So schweres Verschulden sei im konkreten Fall zu verneinen. Zum einen müsse man zu Gunsten des Sohnes dessen desolate wirtschaftliche Situation berücksichtigen. Zum anderen den Umstand, dass er nachweislich plante, das Geld dem Vater so bald wie möglich zurückzugeben.