Entfernen von Beinhaaren misslingt

Beautycenter muss Honorar zurückzahlen

onlineurteile.de - Im Hochglanzprospekt eines Wellness- und Beautycenters wurde "dauerhafte, sanfte und problemlose Haarentfernung" versprochen, an allen Körperteilen und "für alle Haare und Hauttypen". Das überzeugte eine Frau, die sich schon lange glatte, haarlose Beine wünschte. 1.025 Euro zahlte sie dem Beautycenter für fünf Behandlungen mit einem Photosilkgerät. Doch: Der "Vorher-Nachher"-Effekt blieb aus, die Haare waren immer noch da.

Da verlangte die enttäuschte Kundin das Honorar zurück und klagte es schließlich ein. Man habe ihr vor Beginn der Behandlung gesagt, mehr als drei Sitzungen seien nicht nötig, berichtete sie im Prozess der Amtsrichterin. Dann seien die Haare weg und kämen nicht mehr wieder. Man habe ihr aber verschwiegen, dass das Enthaaren bei 20 Prozent der Kunden misslinge. Wenn sie das gewusst hätte, hätte sie sich auf die Sache gar nicht erst eingelassen. Statt schöner Beine habe sie Brandwunden davongetragen und wochenlang keine Kleider und Röcke tragen können. Dafür stehe ihr auch noch Schmerzensgeld zu.

Das Amtsgericht München verurteilte das Beautycenter zur Rückzahlung des Honorars (4 C 428/05). Nach Angaben des Geräteherstellers bleibe die Bestrahlung mit dem Photosilkgerät in 20 Prozent der Fälle erfolglos. Das sei für Kunden, die sich diese teure Behandlung überlegten, eine entscheidende Information. Deshalb müsse das Beautycenter die Kunden vor Vertragsschluss über die Erfolgsquote aufklären.

Dass sich die Kundin nun nur noch alle drei Tage und nicht mehr täglich rasieren müsse, könne das Unternehmen nicht ernsthaft als Behandlungserfolg "verkaufen", der ein Honorar von 1.025 Euro rechtfertige. Schmerzensgeld stehe der Kundin allerdings nicht zu: Wer trotz angeblicher Brandwunden das Schönheitsinstitut noch mehrfach aufsuche, um die Behandlung fortzusetzen, könne nicht schwer gelitten haben.