Entschädigung für Militärfluglärm?

Nicht, wenn der Eigentümer sein Haus neben die Startbahnen gebaut hat

onlineurteile.de - Auf dem Nato-Militärflughafen Bitburg ging es sehr laut zu: bei den zahlreichen Starts und Landungen von Militärflugzeugen, beim Testen von Motoren auf Turbinenprüfständen etc. Dennoch baute ein Grundstückseigentümer in den 60er Jahren in unmittelbarer Nähe ein Mehrfamilienhaus - nur etwa 1.000 Meter von den Startbahnen entfernt. Im Jahr 1993 forderte er von der Bundesrepublik Deutschland Schadenersatz für die Beeinträchtigung seines Eigentums.

Beim Oberlandesgericht Koblenz fiel er mit seiner Klage glatt durch (1 U 1612/99). Zwar wirke sich die Lärmsituation für alle Grundstücke in der Umgebung eines Militärflughafens letztlich wie eine Enteignung aus. Daher stehe den Eigentümern im Prinzip durchaus Entschädigung zu. Hier liege der Fall aber anders: Der Bauherr habe im Wissen um die Lärmsituation sein Haus in unmittelbarer Nähe des Flugplatzes gebaut, sich also quasi "sehenden Auges" ins Unglück gestürzt. Das schließe einen Anspruch auf Entschädigung durch den Staat aus.